Danksagung refugium e.V.

Sehr geehrter Herr Bischof Dr. Feige,

Sehr geehrte Frau Möbbeck,

Sehr geehrter Herr Direktor Kramer,

Sehr geehrte Unterstützer und Kooperationspartner von refugium,

Sehr geehrte Gäste,

 

im Namen des Vorstands, des hauptamtlichen Vormunds – Herrn Bartnig und den Mitgliedern des Vereins möchte ich mich für diese besondere Würdigung unseres jahrelangen Engagements für und mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt herzlich bedanken.

 

Dass Sie, Herr Direktor und ihre Mitarbeiter auf unsere Arbeit aufmerksam geworden sind, zeigt, dass wir bereits Spuren im Sinne der Menschenrechtsarbeit in Sachsen-Anhalt hinterlassen haben. Durchaus ein gutes Gefühl!

 

Bedanken möchte ich mich auch bei allen Unterstützern unseres Vereins, u.a. dem Bistum Magdeburg, dem Caritasverband und institutionellen und persönlichen Spendern sowie den gesellschaftlichen und staatlichen Arbeits- und Kooperationspartnern.

 

Menschenrechtsarbeit, die erfolgreich sein soll braucht Partner mit denen man sich in einer offenen, ehrlichen und respektvollen Kommunikation im Sinne des Kindeswohls begegnen und auseinandersetzen kann.

 

 

UND

Menschenrechtsarbeit braucht Geduld und Verbindlichkeiten im täglichen Ringen um die Schutz-, Entwicklungs- und Teilnahmerechte für die Kinder und Jugendlichen und auch eine finanzielle Absicherung, um dies in der gebotenen Qualität tun zu können.

 

ABER

Menschenrechtsarbeit braucht auch Akzeptanz und eine grundsätzliche Haltung, die erkennen lässt, dass wir es ernst nehmen mit der Unantastbarkeit der Würde jedes Menschen!

 

Auch wenn einige politische Anliegen von refugium bisher noch nicht umgesetzt werden konnten, habe ich die Wahrnehmung, dass es gelungen ist, in den letzten Jahren wichtige Handlungsakteure in diesem Menschenrechtsbereich zu sensibilisieren, zu vernetzten und notwendige Arbeitsstrukturen zu schaffen. Für refugium ist dies eine wichtige Voraussetzung, um den Vormundschaftsauftrag im Sinne des Kindeswohls umsetzen zu können.

 

Als vor einigen Wochen die Evangelische Akademie Sachsen-Anhalt Kontakt zu mir aufnahm und mich informierte, dass sie die Goldene Taube für Menschenrechte an refugium weiterreichen möchte, waren wir überrascht und davon sehr berührt.

Diese Nachricht hat aber auch zum Nachdenken über die aktuelle Situation zur Umsetzung und Bewahrung von Menschenrechten und in unserem Handlungskontext von Kinderrechten geführt. Was haben wir bisher eigentlich wirklich bewirkt? Was macht Menschenrechtsarbeit aus? Kann man sie messen?

 

Menschenrechte und damit auch Kinderrechte sollen Schutz- und Entwicklungsräume für ein Leben aller Menschen in gleichberechtigter Selbstbestimmung ermöglichen. Ist das so? Sind die Menschenrechte, die ich für mich und meine Familie einfordere die gleichen, die ich auch anderen Menschen aus anderen Ländern, anderen Kulturen oder Religionen zugestehe?

 

Menschenrechte zu haben und sie einfordern zu können scheint in unserer Gesellschaftslogik eine politische Selbstverständlichkeit zu sein. Dass es keine Selbstverständlichkeit ist und Menschenrechte auf schrecklichste Art und Weise verletzt werden, zeigen uns u.a. die aktuellen Bilder aus den Krisengebieten dieser Welt.

Dass es keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt jedoch auch der Alltag in Sachsen-Anhalt, wenn es darum geht, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge u.a. während des Aufenthalts in der Clearingstelle (meist mehrere Monate) keinen Zugang zur Schule haben. Ich meine, das Recht auf Bildung sollte zu jeder Zeit und unabhängig von einem Aufenthaltsstatus umgesetzt werden. Es ist ein Menschenrecht!

Die Goldene Taube mit Ölzweig im Schnabel ist ein Symbol der Hoffnung und Zuversicht. Sie motiviert und gibt weiterhin Kraft sich den Fragen und Problemen in Bezug auf Menschenrechte/Kinderrechte in unserem Bundesland zu stellen und nicht müde zu werden, wenn man manchmal auf scheinbar unüberwindbare Hindernisse stößt, wie z.B. Änderungen beim Altersfestsetzungsverfahren und beim Zugang zu Bildung und Ausbildung.

Ich hoffe sehr, dass wir diese Anliegen demnächst im Landesbeirat für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge weiter verfolgen und uns zu einer Überarbeitung des aktuellen Runderlasses diesbezüglich verständigen können.

Lassen Sie uns also auch in Zukunft gemeinsam konstruktiv an den noch offenen Fragen und angezeigten Problemen arbeiten!

 

Zum Ende meiner Ausführungen noch ein besonderer Dank!

 

Er gilt Roland Bartnig. Seit vierzehn Jahren führt er mit viel Engagement und einer großen Empathie für die ihm anvertrauten Flüchtlingskinder die Vormundschaften. Er ist nah dran an den Schicksalen dieser Kinder, er erlebt sie - geprägt von ihrer Flucht und oftmals auch in allen pubertären Facetten, die das Altersspektrum mit sich bringt. Er kann nicht Eltern ersetzen, aber er zeigt den Mündeln, dass er jederzeit für sie da ist.

Ich möchte an dieser Stelle, auch im Namen der Mitglieder von refugium e.V. meinen Respekt und Dank für Ihre Arbeit aussprechen!

 

Wohin die goldene Taube weiterfliegen wird, darüber wird sich der Vorstand und die Mitglieder von refugioum e.V. in den nächsten Wochen Gedanken machen.

Nun möchte ich Sie recht herzlich zu einem kleinen Imbiss und weiterführenden Gesprächen einladen!

 

Monika Schwenke

Vorsitzende refugium e.V.