Definitionen


unbegleitet:

  • nicht in Begleitung von Erziehungsberechtigten eingereist

minderjährig:

  • noch nicht volljährig

  • nach Kinderrechtskonfention der Vereinten Nationen alle unter Vollendung des 18. Lebensjahres

  • Widerspruch > gemäß AsylVfG u. AuslG sind Personen, die das 16. Lj vollendet haben voll handlungsfähig > besondere Rechtsstellung

Flüchtling:

Person, die aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtung nicht in Anspruch nehmen will; oder die sich als staatenlos infolge solcher Ereignisse ausserhalb des Landes befindet, in welchem sie ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatte, und nicht dorthin zurückkehren kann oder wegen der erwähnten Befürchtungen nicht dorthin zurückkehren will" (PRO ASYL 1996)

 

Fluchtgründe

  • bedingt durch Entwicklungsprogramme (Errichtung von Staudämmen, Abholzung von Wäldern) müssen Menschen dort siedelnde Menschen gehen > gewachsene Infrastrukturen und Kulturen werden zerstört

  • Krieg und Gewalt

  • religiöse und ethnische Konflikte

  • Druck durch die wachsende Bevölkerung

  • Umweltschäden und verlorener Zugang zu Ressourcen

  • permanente Ungerechtigkeit

 

kinderspezifische Fluchtgründe

  • Kinder häufig schon mit 10 Jahren oder jünger in Armeen eingezogen (Weltweit nach Schätzungen von UNICEF über 300 000 Kindersoldaten im Einsatz)

  • Kinder werden direkt angegriffen "Wer die großen Ratten zerstören will, der muss die kleinen Ratten töten." (UNICEF 11/99) z.B. 1994 Aufruf zum Kindermord in Ruanda

  • Sippenhaft für Kinder wenn andere Familienangehörige gesucht werden

  • Kinder leiden stärker unter den Kriegsfolgen wie Mangelernährung, verseuchtem Trinkwasser, zerstörten Schulen und besonders bei Verlust der Eltern

  • selten wegen politischen Aktivitäten, eher Helfer für Untergrundorganisationen; sie können das aber den Behörden nur selten glaubhaft machen

  • als Familienangehörige eines Opfers von politischer Verfolgung (werden ebenfalls oft inhaftiert, verhört und sogar gefoltert; Kinder werden benutzt um Aussagen über die Verfolgten zu erpressen oder diese zur Kapitulation zu zwingen)

  • wegen Zugehörigkeit zu einer von Machthanern unterdrückten ethnischen Minderheit

  • geschlechtsspezifische Verfolgung, Flucht vor sexueller Gewalt (z.B. sex. Missbrauch in Polizeidienststellungen; Geschlechtsverstümmelung

  • Zwangsrekrutierung von Kindern und Jugendlichen zu Armeediensten

  • Verbesserung materieller Lebensbedingungen

  • Wunsch auf Bildung, persönliche Entwicklung

  • Naturkatastrophen

  • dauernde Armut (Eltern teilweise gezwungen Kinder in die Industriestaaten zu schicken, mit der Hoffnung hier eine bessere Zukunft zu finden

  • Perspektivlosigkeit (Waisenkinder leben häufig als Straßenkinder > in vielen Ländern gibt es keine oder nur wenige Waisenhäuser und Kinderheime

  • gesundheitliche Aspekte