Ehrenamt

Arbeitsfelder für das Ehrenamt

    • Sprachtraining, Sprachförderung

    • Integration in das gesellschaftliche Leben

    • Freizeitangebote

    • Unterstützung bei der Bewältigung der schulischen Anforderungen

    • Unterstützung bei der Suche von Ausbildungs- und Praktikaplätzen, Sicherung des eigenen Lebensunterhaltes

    • Lobbyarbeit

Sprachtraining, Sprachförderung

Durch eine unzureichende Integration, die durch gesellschaftliche und politische Gegebenheiten gehemmt wird, kann die erlernte deutsche Sprache nicht genügend angewendet und trainiert werden. Es kommt zu Unsicherheiten bei den Mündeln. Sie ziehen sich zurück. Sie geraten in einen Kreislauf der an einer Stelle unterbrochen werden muss, denn Sprachsicherheit und Integration bedingen sich gegenseitig.

Dieses umfassende Aufgabenfeld kann allein durch die MitarbeiterInnen der Jugendhilfeeinrichtungen nicht abgedeckt werden. Sie sind im Rahmen ihrer Regeltätigkeit zeitlich und auch fachlich nicht in der Lage, einer Isolation von verunsicherten und zum Teil traumatisierten Flüchtlingskindern entgegen zu wirken.

Allein der Abbau natürlich vorhandener Sprachbarrieren zwischen Mündel und Erzieher fordert viel Zeit, Verständnis, interkulturelle Kompetenz und Hintergrundwissen. Die Realität macht deutlich, dass ErzieherInnen und andere betreuende Personen damit, im Rahmen ihrer Regeltätigkeit, bei weitem überfordert sind. Eine Intensivierung und Spezialisierung der Betreuung ist aus finanziellen Gründen für die Leistungsanbieter und für die kommunalen Jugendhilfeträger nicht realisierbar.

In den Schulen ist die Situation ähnlich. Der reguläre Schulbetrieb lässt wenig Raum für individuelle Sprachförderungen. Dem Vormund selbst ist ein Kommunikations-training mit ca. 25 Mündeln nicht möglich. Wesentlich dabei ist auch, dass die Wohnorte der Jugendlichen über ganz Sachsen-Anhalt und darüber hinaus verstreut sind.

Eine Verbesserung der Situation könnte durch den Einsatz von externen Hilfeanbietern, auf der Grundlage der Ehrenamtlichkeit, erreicht werden. Als Beispiel kann hier das Einrichten von Sprachpatenschaften genannt werden.



Integration in das gesellschaftliche Leben

Es liegt in der Natur des Menschen eine Familie zu haben. Unsere Jugendlichen haben diese Bedingungen leider nicht. Das ist deswegen besonders tragisch, weil Kinder überwiegend in ihrer Familie Geborgenheit erfahren. Die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge haben hier in unserem Land keinerlei familiäre Struktur. Diese kann auch durch eine Unterbringung in einem Kinder- und Jugendheim nicht vollständig ersetzt werden.

Gekoppelt mit einem Kulturschock, einer Fluchttraumatisierung, einer Entwurzelung und dem Gefühl nicht willkommen zu sein, sind sie maßlos überfordert und ziehen sich zurück, verschließen sich. Eine Integration in das gesellschaftliche Leben, die ohnehin schon schwer genug ist, wird hiermit fast unmöglich gemacht.

Wie soll ein junger Mensch sein Selbstbild definieren, wenn er kein Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens ist?

Doch ist nicht die Unterstützung bei der Eigendefinition eines der wichtigsten Aufgabengebiete, auf dem nicht genug getan werden kann? Hier benötigt der Vormund massive Entlastung durch ehrenamtliche Helfer. Ständige Motivationsarbeit ist notwendig, um unseren Mündeln Mut zu machen, nicht zu resignieren.

 

Freizeitangebote

Eng gekoppelt mit einer erfolgreichen Integration ist die Unterstützung bei einer sinnvollen Freizeitgestaltung und ein Angebot an individuellen Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten. Auch, um ein psychisches Gleichgewicht in unseren uns anvertrauten Jugendlichen zu entwickeln und ihnen Kraft auf ihrem weiteren, oftmals noch sehr harten, Lebensweg mitzugeben. Das ist eine sehr umfangreiche Aufgabe, die sehr viel Unterstützung bedarf.

Veranstaltungen im "Interkulturellen Beratungs- und Begegnungszentrum" (IKZ) in Magdeburg/ Buckau werden oft als integrative Möglichkeit genutzt. Ehrenamtliche Helfer sind hierbei Bindeglied zwischen dem o.g. Begegnungsort und den Kinder- und Jugendheimen.

Im IKZ erfolgt auch die geschlechtsspezifische Integration. Als Beispiel kann hier die interkulturelle Mädchengruppe genannt werden, welche ohne ehrenamtliche Unterstützung undenkbar wäre.